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FWG Idstein begrüßt Denkmalschutzstatus für Kalmenhof Krankenhaus –

Für die Idsteiner FWG ist die Entscheidung des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege ein wichtiger Meilenstein für den Umgang mit den NS-Gräueltaten vor rund 80 Jahren. Dadurch bleibt der Stadt Idstein ein wichtiger Gedenkort unabänderlich erhalten. Den rund 700 Euthanasie-Opfern (vor allem Kinder und Jugendliche) kann damit wieder ein Stück Würde, soweit dies überhaupt möglich ist, zurückgegeben werden.

Seit Mitte 2016 haben sich das Kalmenhof-Gremium bestehend aus Vertretern der Stadtpolitik, LWV, Vitos und der Katholischen Kirche in mehreren Sitzungen zur möglichen weiteren Nutzung des Kalmenhof-Krankenhauses, seiner Umgebung inklusive der Leichenhalle und dem Gräberfeld, als Ort der mörderischen Verbrechen, ausgetauscht. Ein wichtiger Baustein dabei war die Beauftragung eines „Forschungsprojektes Kalmenhof-Krankenhaus“. Dabei sollte geprüft werden auf welchen Flächen ggf. noch weitere Grabfelder zu vermuten sind. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurde am 01.04.2019 von den Verfassern Christoph Schneider und Dr. Harald Jenner der Öffentlichkeit vorgestellt und sind ein wichtige Grundlage für die Entscheidung des Landesamtes gewesen.

In der Zukunftswerkstatt, die Ende 2019 stattgefunden hat, wurden Ideen entwickelt für die künftige Nutzung des ehemaligen Krankenhauses. Dabei wurden neben der Politik auch Anwohner und Bürger in den Ideenprozess mit eingebunden. Welche Nutzungsform künftig in Frage kommt, ist durch die Entscheidung des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege angebahnt worden und hängt auch von den Ergebnissen der noch ausstehenden Grabungsuntersuchungen ab.

Ebenso ist die Frage zu klären, ob und wie eine Umbettung der sterblichen Überreste erfolgen kann. Einige der vermuteten „Grabstätten“ befinden sich zum Teil auf privaten Anwesen.

„Für die künftige Nutzung favorisiere ich persönlich einen „Lernort der Geschichte““, so Andreas Ott, Fraktionsvorsitzender der FWG Idstein und Mitglied der Kalmenhof-Kommission. Eine ähnliche Bildungsstätte gibt es z. B. in Baden-Württemberg (http://www.lernortgeschichte.de). Dies drängt sich für Idstein als traditioneller Bildungsstandort geradezu auf.

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