CDU und SPD bringen Idstein mit ihrer Mehrheit um eine gute Verhandlungsposition mit dem Netzbetreiber Amprion!

​Idstein, den 25.11.2020

In der letzten STVV vom 5.11.2020 hatten sich FDP, Bündnis 90/Die Grünen und FWG vehement dafür eingesetzt, den Absatz „Zustimmung für eine kleine Verschwenkung“ aus dem vorformulierten Widerspruch herauszunehmen. Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde aber bedauerlicherweise beschlossen diesen Absatz mit der kleinen Verschwenkung zu belassen. 

„Eine Chance wurde hier leichtfertig vertan,“ so Werner Frank, Stadtverordneter der FWG Idstein.

Der ursprüngliche Plan seitens Amprion sah vor, die 380 KV Gleichstromleitung – dabei handelt es sich um zwei 380 KV Kabelstränge – auf die vorhandene 380 KV Starkstromleitung aufzusatteln.
Die Leitung führt, von Dasbach kommend, über den Gänsberg, nördlich an Idstein und südlich an Wörsdorf vorbei, bevor sie die A3 überquert. An allen drei Ortsrändern werden eine Reihe von Wohngebäuden tangiert.

Im vergangenen Jahr haben alle Stadtverordneten, einschließlich des Bürgermeisters, vollmundig zugestimmt bzw. beschlossen, zusammen mit den Nachbargemeinden den Klageweg zu beschreiten. Damit sollte erreicht werden, dass als Mindestmaßnahme vorhandene und neue Leitungen westlich der A3 verlegt werden. Auch wir als FWG haben dem zugestimmt. 

Sogar unsere Landesregierung, mit Ministerpräsident Volker Bouffier an der Spitze, hatte eine Verlegung westlich der A3 befürwortet.

Der Stellenwert für die Gesundheit unserer Bürger ist dabei nicht hoch genug zu bewerten. Ein positiver Nebeneffekt wäre zudem gewesen, dass dringend benötigtes Siedlungsgebiet für die betroffenen Stadtteile hätte generiert werden können. Der bereits schon jetzt beträchtliche Wertverlust von Gebäuden im Bereich der Hochspannungstrasse wird sich bei weiterer Belastung noch erhöhen. Ganz nebenbei käme das Kulturdenkmal Limes ohne Stromtrasse noch besser zu Geltung.

Seitens von Amprion wurden nun mehrere Varianten – ohne Erdkabelverlegung – vorgeschlagen, zu denen Einsprüche möglich waren.
„Eine für die FWG mögliche Variante davon wäre die Verlegung der kompletten Stromtrasse, von Niedernhausen bis nördlich von Wörsdorf und westlich der Autobahn A3 gewesen,“ so Frank weiter. Den Waldverbrauch hätten wir zähneknirschend hingenommen, da i. d. Regel an anderer Stelle zumindest teilweise wieder ein Ersatz aufgeforstet würde. 
Wir von der FWG sind überzeugt, wir würden über den Klageweg, mindestens eine große Verschwenkung der gesamten Stromtrasse erreichen können.
Unabhängig davon sind wir von der FWG nach wie vor für eine Erdverkabelung und eine Trassenführung abseits dichter Besiedelung. 
Seitens unserer Verwaltung wurde nun in den vorgesehenen Widerspruch ein neuer Absatz eingefügt, mit dem einer sogenannten „kleinen Verschwenkung“ zugestimmt wird. Kleine Verschwenkung heißt, dass die vorhandene Trasse, einschließlich den hinzukommenden 2x 380 KV Gleichstromkabeln, bestehen bliebe. Lediglich in Höhe Gänsberg würde die Trasse östlich Richtung Wald etwas verlegt werden. Gut für Idstein. Aber, wir von der FWG und sicher auch viele Bürger fragen sich, zählen die Stadtteile Dasbach und Wörsdorf etwa nicht zu Idstein? 

Die alte Trasse, mit je 2x 380 KV Wechsel- und Gleichstrom und einer Leistung von ca. 2 GW, würde also – Idstein-Kernstadt ausgenommen – die Stadtteile Dasbach und Wörsdorf noch stärker belasten als bisher. So vergibt die Stadt ohne Not die Chance einer Verbesserung für zwei Ihrer Stadtteile, gibt der Stadtverordnete W. Frank zu bedenken.
Zur Wahrheit gehört auch, dass es andernorts durchaus möglich ist Stromkabel unter die Erde zu verlegen. Thüringen und Bayern machen uns vor, dass es geht. Von Thüringen bis Bayern erfolgt die Verlegung der beiden 380 KV Gleichstromleitungen unter die Erde. Auf dieser Strecke betreibt der Netzbetreiber bereits Vorsorge, indem er schon jetzt ein zusätzliches Leerrohr mit verlegen lässt. Es wird erwartet, dass der Strombedarf schon in wenigen Jahren von 2 GW auf 4 GW anwachsen wird. Das dürfte in unserer Region nicht anders sein.
Vor diesem Hintergrund hatte sich bereits der Magistrat klar für eine Mindestlösung, in Form einer Trassenverlegung westlich der Autobahn A3 ausgesprochen.

„Wir von der FWG meinen, eine bessere Vorlage hätten wir dem Netzbetreiber Amprion nicht liefern können,“ so Frank abschließend.

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